Thüringen

Punkt sieben Uhr war das Frühstück vorbei.
Die Leute strömten aus dem Aufenthaltsraum in ihre Zimmer, nur um kurz darauf wieder auf den Gang hinaus zu schlurfen und vor der Glastür Aufstellung zu nehmen.
Einzeln ließen die beiden Pfleger sie hindurch, die rote Schwester stand daneben und sagte Dinge wie „Ergo“, „Erst AT, dann SKT“ oder „Der Transporter wartet unten“.
Dominik, Wolfgang, selbst der Mann, der immer erst das Brötchen, dann die Butter und dann die Marmelade aß, alle wurden durchgelassen.
Nach ein paar Minuten herrschte wieder Stille.
Ich stand allein im Türrahmen meines Zimmers und sah zu, wie die Tür wieder ins Schloss fiel.
Die rote Schwester blickte zu mir und zuckte mit den Schultern: „Tja, Herr Feyl. Ich weiß auch nicht, was man sich bei Ihnen gedacht hat.“

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