Bravo

„Schlecht drauf?“, fragte Miss Thüringen.
„Ist das ein Fachbegriff?“, fragte ich zurück.
Sie grinste.
Wir schwiegen.
„Ich finde das übrigens gut“, sagte sie nach einer Weile.
„Was denn?“
„Dass Sie das interessiert.“
„Was interessiert mich denn?“
„Na, bei der Visite zum Beispiel.“
„Ach so“, sagte ich.

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Gong

Während die Visite durch alle Räume der Station zog, saß ich im Aufenthaltsraum.
Ich hatte mir im Schwesternzimmer ein kleines Heft und einen Kugelschreiber geben lassen.
Eine ganze Weile versuchte ich, mich zu konzentrieren. Ich wollte unbedingt alles aufschreiben, was hier passierte, aber immer nach ein paar Sekunden drifteten meine Gedanken ab. Es war so mühselig. Und noch schwerer war es, sich an etwas zu erinnern. Die Tage waren zu einem einzigen Brei verkommen. Alles in meinem Kopf schien zu sagen: Es ist okay, ruh dich aus, du musst nichts machen.
Aber ich wollte ja. Das war das Problem.

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Visite

Die Glastür schwang auf und ein großer Tross, bestehend aus dem Oberarzt, zwei Assistenten und einer Traube AiPler trabte hindurch.

Axel saß längst auf seinem Bett bereit, so als könne er es kaum noch abwarten.
Dominik machte nicht den Anschein, als würde er irgendetwas um sich herum wahrnehmen.
Gerade, als ich mich in mein Bett gehievt hatte, sprang die Tür auf.

„Guten morgen!“, brüllte der Oberarzt.

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